Energiestadt-Label: Ein Erfolgsmodell für nachhaltige Gemeinden und Städte in der Schweiz
24.03.2026
Das Thema Energie- und Klimapolitik ist für Gemeinden, öffentliche Eigentümer und institutionelle Investoren seit längerem auf der strategischen Agenda. Das Energiestadt-Label bietet hier einen bewährten Rahmen. Es macht kommunale und regionale Leistungen sichtbar, führt zu einer leichteren Steuerung von Investitionen und stärkt die Positionierung als zukunftstauglicher Standort. Im Folgenden geben wir Ihnen eine Übersicht über das Energiestadt-Label, seine Wirksamkeitsgrade, den Gebäudestandard, den Massnahmenkatalog und den Trägerverein. Zudem zeigen wir Ihnen auf, wie sich das Label für das Immobilienportfolio nutzen lässt und wo Stratus ansetzt.
Was ist eine Energiestadt?
Der Begriff Energiestadt beschreibt eine Stadt oder Gemeinde, die eine konsequente, nachhaltig ausgerichtete Energie- und Klimapolitik verfolgt und dies durch ein anerkanntes Audit belegt. Das Label «Energiestadt» gilt als Qualitätssiegel und bestätigt, dass eine Gemeinde erneuerbare Energien fördert, eine ressourcenschonende Infrastruktur anstrebt und umweltfreundliche Mobilität fördert.
Historische Einordnung
Die Idee zur Energiestadt entstand 1988 in der Schweiz, 1991 wurde das Programm ins Leben gerufen. Im selben Jahr wurde Schaffhausen durch Bundesrat Adolf Ogi als erste Energiestadt ausgezeichnet. Seit 2004 verleiht die Labelkommission mit «Energiestadt Gold» eine Spitzenkategorie, die damals erstmals an Riehen und Lausanne vergeben wurde. Das Programm ist heute international mit dem European Energy Award (eea) verknüpft und prägt die kantonale und kommunale Energiepolitik nachhaltig.
Mit dem Label erhalten Städte und Gemeinden ein klar strukturiertes Instrument, um ihr Energie- und Klimamanagement strategisch auszurichten, Fortschritte messbar zu machen und diese transparent zu kommunizieren.
Energiestadt-Label: Grundlagen und Ziele
Das Energiestadt-Label wird vom Trägerverein Energiestadt und der unabhängigen Labelkommission vergeben. Es basiert auf einem standardisierten Bewertungsverfahren, das sich am European Energy Award AISBL orientiert.
Zentrale Ziele des Labels sind:
- Systematische Verankerung der Energie- und Klimapolitik in Strategie, Planung und Budget
- Langfristige Reduktion von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen
- Ausbau erneuerbarer Energien und Steigerung der Energieeffizienz
- Stärkung der Standortqualität für Bevölkerung und Wirtschaft
Das Label gilt vier Jahre, danach erfolgt ein Re-Audit. Dadurch bleibt das Leistungsniveau aktuell und neue Projekte fliessen in die Bewertung ein.
Wie wird man Energiestadt?
Der Weg zum Energiestadt Label folgt einem klar definierten Prozess. Städte und Gemeinden, die das Label anstreben, gehen typischerweise über folgende Schritte:
Mitgliedschaft im Trägerverein Energiestadt
Die Gemeinde tritt dem Trägerverein Energiestadt bei und erhält Zugang zu Methodik, Beratung und Netzwerk.
Bestandsaufnahme und Potenzialanalyse
Eine zertifizierte Fachperson analysiert den Status quo der kommunalen Energie- und Klimapolitik. Dabei wird erfasst, welche Handlungsspielräume bestehen und welche Massnahmen bereits umgesetzt sind.
Aktivitätenprogramm und Massnahmenplanung
Auf Basis der Analyse entsteht ein Aktivitätenprogramm für die nächsten vier Jahre. Der Energiestadt Massnahmenkatalog dient dabei als strukturiertes Werkzeug: Er ordnet mögliche Massnahmen sechs energiepolitischen Gebieten zu und bewertet deren Wirkung.
Umsetzung von Massnahmen
Damit eine Gemeinde das Label erhält, müssen mindestens 50 Prozent der für sie relevanten Massnahmen umgesetzt oder fest verankert sein.
Audit und Vergabe des Labels
Ein unabhängiger Auditor überprüft den Erfüllungsgrad. Ab 50 Prozent erfolgt die Vergabe des Labels für vier Jahre.
Dieser Prozess eignet sich für eine integrierte Immobilien- und Infrastrukturplanung. Öffentliche Eigentümer priorisieren Investitionsentscheidungen entlang der Massnahmenstruktur und unterstützen so den Labelprozess mit hoher Wirksamkeit.
Kriterien für den Erhalt des Labels Energiestadt
Die Möglichkeiten einer Stadt oder Gemeinde, in energie- und klimapolitischen Belangen aktiv zu werden, hängen von ihrer Grösse, ihrer Struktur und ihren Kompetenzen in den verschiedenen Bereichen ab. Entsprechend variiert die zur Erreichung des Labels notwendige Punktzahl.
Bewertet wird der energie- und klimapolitische Handlungsspielraum in sechs erforderlichen und einem optionalen Bereich:
1. Entwicklungsplanung, Raumordnung
2. Kommunale Gebäude, Anlagen
3. Versorgung, Entsorgung
4. Mobilität
5. Interne Organisation
6. Kommunikation, Kooperation
7. Anpassung an den Klimawandel (optional)
Diese Strukturierung schafft Transparenz und Vergleichbarkeit. Die Gemeinden können ihre Projekte entlang der Bereiche staffeln und so gezielt Punkte sammeln. In der Praxis gilt: Erfüllen die Gemeinden mindestens 50 Prozent der möglichen Punkte, so erhalten sie das Label Energiestadt, ab 75 Prozent wird Energiestadt Gold erreicht. Ein Re-Audit-Rhythmus sichert die kontinuierliche Weiterentwicklung.
Vom Label Energiestadt zu Energiestadt Gold
Die Basisstufe des Labels bildet das Label Energiestadt. Erfolgreiche Gemeinden erreichen einen Erfüllungsgrad von mehr als 50 Prozent der möglichen Massnahmen. Für die höchste Auszeichnung Energiestadt Gold sind mindestens 75 Prozent erforderlich.
Energiestadt Gold entspricht dem European Energy Award Gold und positioniert eine Gemeinde oder Region in einer europäischen Spitzengruppe. In dieser Kategorie sind in der Schweiz grosse Städte wie Zürich, Bern, Lausanne, Basel, Luzern oder Winterthur und zahlreiche mittelgrosse Städte und Gemeinden zu finden.
Für Gold-Gemeinden gilt:
- Energie- und Klimaziele sind ambitioniert und langfristig angelegt.
- Die Umsetzung stützt sich auf systematisches Controlling und Monitoring.
- Infrastrukturprojekte, Mobilitätsplanung und räumliche Entwicklung folgen konsistenten Netto-Null-Pfaden.
Professionelle Immobilieninvestoren profitieren von einem Standortumfeld mit hohem Standard bei Energie, Mobilität und öffentlicher Infrastruktur. Dies zahlt auf Marktattraktivität, Vermietbarkeit und langfristige Wertstabilität von Immobilienportfolios ein.
Wie viele Schweizer Gemeinden tragen das Energiestadt Label?
Das Energiestadt Label Schweiz hat sich in den letzten 30 Jahren als breitenwirksamer Standard etabliert. Per 2025 tragen in der Schweiz 484 Gemeinden das Label «Energiestadt», 111 davon sind als Energiestadt Gold ausgezeichnet. Rund 60% der Schweizer Bevölkerung leben also in einer Energiestadt. Eine komplette Liste aller Energiestadt-Mitglieder finden Sie hier.
Für Eigentümer von grossen Immobilien- und Infrastrukturportfolios, wie z.B. Energieversorger, Verkehrsbetriebe, kantonale Immobilienportfolios oder institutionelle Investoren, ergeben sich daraus folgende Anknüpfungspunkte:
- Viele Standorte liegen bereits innerhalb von Energiestädten
- Investitions- und Dekarbonisierungsprogramme können gezielt mit Labelzielen verknüpft werden
- Gemeinsame Roadmaps von Eigentümern und Gemeinden schaffen mehr Wirkung und Sichtbarkeit
Rolle des Trägerverein Energiestadt und des Massnahmenkatalogs
Der Trägerverein Energiestadt ist das Kompetenzzentrum für lokale Energie- und Klimapolitik. Seit mehr als 30 Jahren vernetzt er Gemeinde und Städte, unterstützt sie mit Werkzeugen, Beratung und Weiterbildungen.
Das zentrale Arbeitsinstrument ist der Energiestadt Massnahmenkatalog, denn dieser:
- gliedert Massnahmen in Themenbereiche wie Strom, Wärme, Mobilität, Gebäude, Organisation und Kommunikation
- definiert Kriterien und ein Punktesystem zur Bewertung
- unterstützt die Erstellung der Aktivitätenprogramme und die Vorbereitung der Re-Audits
Verwaltungen und Eigentümer gewinnen damit eine gemeinsame Sprache. Strategien, Budgets, Investitionsentscheide und Projektportfolios lassen sich anhand des Massnahmenkatalogs abbilden. Das vereinfacht Steuerung, Berichterstattung und Kommunikation mit Politik, Öffentlichkeit und Investoren.
Nutzen des Energiestadt-Labels für Gemeinden
Das Label Energiestadt bietet Gemeinden und Städten eine wertvolle Orientierungshilfe für ihre Energie- und Klimapolitik. Das transparente Punktesystem und der verbindliche Vierjahreszyklus schaffen Planungssicherheit, Vergleichbarkeit und eine solide Grundlage für strategische Entscheide.
Die zweistufige Auszeichnung Energiestadt und Energiestadt Gold hilft den Verantwortlichen, Vorhaben gezielt zu priorisieren, zu steuern und messbar zu machen.
Gleichzeitig gibt das Label eine klare Struktur für die Umsetzung von Netto-Null-Strategien, Klimaplänen und Investitionsprogrammen vor, stärkt Governance, Controlling und Reporting und ermöglicht es, Ziele, Massnahmen und Ergebnisse lückenlos zu dokumentieren und gegenüber Politik, Bevölkerung und Wirtschaft überzeugend zu kommunizieren.
So steigt die Standortattraktivität – als Signal für Verlässlichkeit, Zukunftsfähigkeit und aktives Engagement im Klimaschutz.
Wie Stratus Städte und Gemeinde auf dem Weg zum Energiestadt-Label begleitet
Das Energiestadt-Label ist ein starkes Instrument, vorausgesetzt, die zugrunde liegenden Daten stimmen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass viele Städte und Gemeinden die benötigten Informationen aus vielen Quellen zusammensuchen müssen: Objektlisten, Flächen, Energieverbräuche oder Angaben zur Versorgung liegen verteilt in Excel-Dateien, Berichten oder unterschiedlichen Systemen.
Das bedeutet erheblichen Aufwand, der eine Bewerbung erschwert, verteuert und schlimmstenfalls sogar scheitern lassen kann. Genau hier setzt die Stratus Solution „Energiestadt-Label mit Stratus“ an.
Stratus-Kunden haben die relevanten Objekt- und Energiedaten bereits erfasst, strukturiert aufbereitet und jederzeit konsistent zur Verfügung.
Auch bei der Rezertifizierung sind sie im Vorteil, denn mit Stratus sind alle Informationen aktuell und lassen sich direkt in die Energiestadt-Rechenhilfe überführen. Parallele Datensammlungen oder zusätzliche Tools werden nicht gebraucht.
Der Effekt ist unmittelbar spürbar: weniger manuelle Arbeiten, klar definierte Zuständigkeiten und eine deutlich effizientere Vorbereitung des Labels.
Gleichzeitig entsteht eine verlässliche Datengrundlage, die nicht nur für den nächsten Nachweis genutzt wird, sondern auch im Alltag Orientierung gibt, etwa bei der Planung von Massnahmen oder der Einordnung von Energieverbräuchen.
So wird das Energiestadt-Label vom wiederkehrenden Kraftakt zu einem strukturierten, gut beherrschbaren Prozess.
Möchten Sie wissen, wie sich Ihre bestehenden Daten mit Stratus für das Energiestadt-Label nutzen lassen? Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf.
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